Liebe Jägerinnen und Jäger,
 
Gesellschaft und Politik haben entschieden und durch die Änderung des Waffengesetzes Jägern den Umgang mit Nachtzieltechnik (Dual-Use-Geräte) für die Bejagung ausschließlich des Schwarzwildes ermöglicht. Dies erfolgte nicht nur in Reaktion auf immer weiter steigende Schwarzwildbestände, die mit entsprechenden Wildschäden einhergehen, sondern vor allem auch aufgrund der erwarteten Afrikanischen Schweinepest. Der Jägerschaft wird hier eine besondere Bedeutung zugemessen, verbunden mit einer Erwartungshaltung, die auch in den Prämien für die Erlegung zum Ausdruck kommt. 
 
Darüber hinaus wurde das Waffengesetz dahingehend geändert, dass Jäger ohne weiteren Nachweis eines Bedürfnisses Schalldämpfer für Langwaffen für Munition mit Zentralfeuerzündung zur befugten Jagdausübung und zum Übungsschießen führen, anbringen und damit schießen dürfen. 
 
Für beide Themenbereiche waren verschiedene Varianten der Genehmigungsverfahren durch die Unteren Jagdbehörden möglich.
 
Es freut uns, dass wir in engem und sachlich-konstruktiven Austausch mit unserem Landratsamt Neu-Ulm eine unbürokratische und für uns Jäger kostenneutrale Lösung für das Genehmigungsverfahren erreichen konnten. Im heutigen Amtsblatt des Landkreises werden die anhängenden Allgemeinverfügungen veröffentlicht, die am morgigen Samstag in Kraft treten.
 
Aufgrund dieser Allgemeinverfügungen darf die erlaubte Nachtzieltechnik ab morgen, Samstag, den 30.05.2020, ohne gesonderten Einzelantrag für die Bejagung ausschließlich des Schwarzwildes im Landkreis Neu-Ulm eingesetzt werden.
Ferner dürfen per weiterer Allgemeinverfügung auch Schalldämpfer für die genannten Waffen ohne separaten Antrag verwendet werden. Ein Eintrag in die Waffenbesitzkarte nach dem Erwerb bleibt aber weiterhin erforderlich! Insofern werden Schalldämpfer nach wie vor wie Waffen behandelt! Bitte beachten Sie dies auch bei der Aufbewahrung und dem Transport! 
 
Bitte beachten Sie den Wortlaut der beiden Allgemeinverfügungen.
 
Wir bedanken uns bei der Unteren Jagdbehörde, Frau Anneliese Maisch, und bei unserem Landrat, Thorsten Freudenberger, dass sich das Landratsamt Neu-Ulm für diese unbürokratische Vorgehensweise entschieden hat und für die dadurch zum Ausdruck kommende Unterstützung der Jägerschaft! 
 
Mit freundlichen Grüßen
und Waidmannsheil!
 
Bayerischer Jagdverband e. V.
Kreisgruppe Neu-Ulm e. V.
 
Christian Liebsch
1. Vorsitzender